Nußknacker

Nußknacker hergestellt in Seiffen/Erzgebirge Handmade in Germany

Im 1800 Jahrhundert erfolgte die Einstellung des Bergbaues im Spielzeugwinkel Seiffen. Die Bergleute suchten nach neuen Erwerbsquellen um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. In dieser Zeit stieg die Zahl der Drechsler.

Wilhelm Füchtner gilt als "Vater" der ersten Seiffener Nussknacker. Die von ihm geschaffenen Figuren wurden zu Urtypen des erzgebirgischen Nussknackers. Wachsoldat, Förster, Polizist und ganz besonders der Nussknacker "König". Vorwiegend waren es aber Vertreter der Obrigkeit, die in die Gestalt des Nussknackers verwandelt wurden. Ob es nur die Bärbeißigkeit des Nussknackers war, die dazu herausforderte, oder ob erzgebirgischer Volkshumor mit List der Obrigkeit, gegen die schwer aufzumucken war, Nüsse zu knacken geben wollte?

Die Grundform wird in Handarbeit an der Drechselbank hergestellt (Kopf und Körper ist ein Stück Holz). Weil er einen großen breiten Mund haben muss, in den auch Walnüsse hineinpassen, hat der gedrechselte Körper die entsprechende Stärke. Der Mund wird ausgefräst, ein kräftiger Hartholzhebel eingesetzt und durch eine Metallachse mit dem Körper verbunden. Als Bart wird Kaninchenfell am vorderen kurzen Hebelarm angeklebt, ebenso als Perücke am Hinterkopf unterhalb der Krone bzw. Mütze. Für die gedrechselten Teile des "Holzfressers" werden größtenteils einheimische Hölzer verwendet, vor allem Fichte, Buche, Erle und Linde.

Die Figur des Nussknackers erlangte in Heinrich Hoffmanns Erzählungen "König Nussknacker und der arme Reinhold" 1851 ihre dichterische Darstellung. Peter Tschaikowsky hat mit seiner "Nussknacker-Suite" wesentlich zur Popularität des Nussknackers in den USA beigetragen.

Das Aufstellen der Nußknacker in der Weihnachtszeit ist ein althergebrachter erzgebirgischer Brauch. Diese dekorativen hölzernen Figuren sind bei Sammlern weltweit sehr begehrt.

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